Muttertag und man ist am anderen Ende der Welt. Dieses Jahr muss meine arme Mama also auf eine kochende Monika verzichten. Was tun? Eine Karte schicken ist zu oberflächig. Anrufen? Ja, aber wir telefonieren doch jetzt eh mehr oder weniger regelmäßig. Ha! Ich weiß was! Ein Blogeintrag. Was gibt es besseres als Fotos von seinem Küken anschauen zu können? Ja, das wird ihr gefallen. Ich hocke mich nun endlich einmal hin und arbeite am nächsten Eintrag. Überfällig ist er ja schon lange…
Doch wo anfangen? Mmh, vielleicht bei der Frage, die mir anfangs öfters gestellt wurde: Wie sieht ein typischer Tag/eine typische Woche aus? Nun, Regel Nummer eins: Kein Tag ist wie der andere. Sei darauf gefasst, dass die nächste Überraschung hinter der nächsten Ecke wartet. Sei es entflohene Kaninchen, Invasion von Nachbars Hunden, die unter den Zaun ihren weg in unseren Garten gebuddelt haben oder Echsen, die man beim Saugen im Kleiderschrank überrascht. Ferien sind dann auch noch einmal vollständig anders und ein Geburtstag kann die Routine auch ganz schön durcheinander bringen. Wie auch immer, im Grunde gibt es schon einen roten Faden.
Arbeiten musste ich anfangs montags und mittwochs bis freitags. Seit letzter Woche nun dienstags bis freitags. Ich habe also drei Tage frei und arbeite vier Tage. Ein Arbeitstag sieht typischerweise folgendermaßen aus:
- 6:55 Uhr aufstehen und Kinder antreiben sich für die Schule fertig zu machen
- 8:00 Uhr Kinder verlassen das Haus
- Zeit für Haushalt und zur eigenen Verfügung
- 14:50 Uhr Snacks für die Kinder fertig machen: Obstteller mit ein paar Crackern
- 15:10 Uhr Kinder kommen mit dem Bus von der Schule
- Hausaufgaben machen, spielen, Lunchboxen und Schuluniformen für den nächsten Tag vorbereiten, Abendessen kochen
- 17:30 Uhr Abendessen
- Kinder unter die Dusche und zum Zähneputzen schicken und spülen
- Feierabend: Wenn Eltern daheim und der Normalzustand in der Küche wiederhergestellt ist (i.d.R. zw. 7 und 8 Uhr)
Zu den Haushaltsaufgaben, die vormittags erledigt werden sollen, gehören: Wäsche waschen, bügeln, Badezimmer und Küche putzen, Staub wischen sowie Boden saugen und wischen. Hört sich viel an, aber auf vier Tage verteilt, ist es nicht zu viel.
So viel also zum Alltag. Die nächste Frage ist wohl: Wie sehen denn überhaupt diese Leute aus, bei denen du wohnst? Hier drei Fotos: Einmal der Hund Sensai, dann die Kiddies beim Spielen mit einem Nachbarjungen und schließlich ein Gruppenfoto, als wir Besuch von Sensais Halbbruder Lui hatten und ich mit den Jungs eine Nacht alleine war, weil die Eltern auf einem Ball in Sydney waren:
Nachdem wir nun also geklärt haben, wie so der Alltag aussieht, kommen wir zu Besonderheiten. Freizeit und Ferien. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Am Wochenende reise ich hoch in die Blue Mountains, wo ich meine Freunde besuche. Von dort wird dann zu gemeinsamen Unternehmungen aufgebrochen oder, wenn die anderen mal nicht so viel Zeit haben, eben auf eigene Faust etwas unternommen. Hier einige der Unternehmungen seit meinem letzten Blogeintrag.
Am letzten Wochenende im März hatte ich Besuch aus Deutschland. Nun ja, streng genommen kam er nicht direkt aus Deutschland. Christiane, die ich vom Gebärdensprachkurs an der Uni kenne, war einige Tage in Sydney. Nach mehreren Monaten Studium in Australien und einigen Wochen in Neuseeland stand ihr Heimflug vor der Tür. Sich daran erinnernd, dass ich ja in der Umgebung Sydney bin, fragte sie an, ob wir nicht etwas gemeinsam unternehmen wollten. So kam sie für eine Nacht hoch in die Blue Mountain. Neben einem Spaziergang in Glenbrook besuchte ich auch noch einmal Katoomba mit ihr. Außerdem ging es kurz ins Kings Tableland. Hier die Fotos von jenem Wochenende:
Dann standen auch quasi schon die Osterferien vor der Tür. Mit den Kindern den ganzen Tag im Haus eingesperrt zu sein, ist Wahnsinn. Deswegen wurde jede Gelegenheit genutzt, um rauszukommen. Sei es nur zum Einkaufen mit einem Stop beim Spielplatz, ein Kinobesuch oder ein Tagesausflug zum Aquarium nach Sydney (Trude war begeistert von all ihren Verwandten dort und freundete sich so gut mit Buzz und Billy an, dass wir diese natürlich mit Heim nehmen mussten). Eine weitere Gelegenheit, um die Rabauken zu beschäftigen, ist “Arts and Craft”. So wurde recht viel gebastelt: Oft nur Kleinigkeiten (so bekam Trude einige kleine Freunde), aber auch mal ein größeres Tagesprojekt “Laternenbasteln”.
In den Osterferien hieß es jedoch nicht nur “arbeiten”, nein, an Ostern selber hatte ich frei. Natürlich wurde wie jedes Jahr ein Osterzopf gebacken. Dann ging es jedoch zur Ostershow in Sydney und am nächsten Tag hoch in die Snowy Mountains zum Campen. Dort wurde gewandert und gefroren. Am letzten Morgen schneite es sogar und das Regenwasser vom Abend zuvor war am Außenzelt gefroren. Als kleine Überraschung warteten zwei Osterhasen daheim auf mich. Ein klassisch-australischer und wer hätte es gedacht? Ein Lindt-Goldhase aus Aachen! Eine lange Reise, aber ein Stück Heimat fern von daheim.
Ferien vorbei, zurück zum Altag! Ha, denkst du! Es steht ein Geburtstag an. Jasper (der Jüngste) feiert seinen 6ten. Familie kommt zum Abendessen vorbei, am Wochenende steht eine Party an. Von zurück in den Rhythmus ist da erst einmal keine Rede. Dennoch will ich diese Woche nicht gegen eine langweilige Routinewoche eintauschen. Es ist unglaublich schön ein Kind so glücklich zu sehen. Hier das Geburtstagskind kurz vor dem ersten Schlag auf die mit Süßigkeiten gefüllte Piada, sein Kuchen und beim Anschneiden des Kuchens:
Was gab es sonst noch so? Ein Ausflug nach Sydney zum Sonnenuntergang. Die Kamera darf natürlich nicht fehlen! Das Wetter könnte nicht besser sein. Einfach nur fantastisch, wenn auch viel Auto fahren für einige kurze Stops.
Zwei Ausflüge zu den Wentworth Falls. Beim ersten Mal wird nur reingeschnuppert. Eine Bekannte trifft sich dort mit mir. Sie hat ihr Kleinkind dabei, somit fallen größere Wanderungen weg. Was ich sehe, gefällt mir jedoch so gut, dass ich beschließe: Da muss ich noch einmal hin! So geht es am Wochenende darauf auf eine größere Wanderung. Der National Pass entpuppt sich als meine bisherige Lieblingswanderung und es liegt nicht nur an den Kakadus, die ich hier in Australien so lieb gewonnen habe und auf der Wanderung vielfach sehe und in Ruhe beobachten kann.
Last but not least: Wir wollen die üblichen Sonntagsläufe nicht vergessen. Manch einer fragt sich vermutlich immer noch, warum ich mich an einem Sonntagmorgen so früh aus dem Bett quäle. Vielleicht können die nächsten Bilder ja ein wenig erklären, warum selbst Trude und mittlerweile auch Billy sich nicht mehr beklagen, wenn sie morgens im Halbschlaf aus dem Bett kriechen.
So, dies war also nun ein kleiner Einblick darin, was ich in den letzten zwei Monaten so unternommen habe. Ich hoffe, Mama, dass es eine schöne Muttertagsüberraschung war und die Fotos dich ein wenig dafür entschädigen, dass ich am heutigen Sonntag nicht daheim bin, um dich zu verwöhnen.









































































































































































