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Muttertagsspezial

Posted in Allgemein by admin
Mai 13 2012
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Muttertag und man ist am anderen Ende der Welt. Dieses Jahr muss meine arme Mama also auf eine kochende Monika verzichten. Was tun? Eine Karte schicken ist zu oberflächig. Anrufen? Ja, aber wir telefonieren doch jetzt eh mehr oder weniger regelmäßig. Ha! Ich weiß was! Ein Blogeintrag. Was gibt es besseres als Fotos von seinem Küken anschauen zu können? Ja, das wird ihr gefallen. Ich hocke mich nun endlich einmal hin und arbeite am nächsten Eintrag. Überfällig ist er ja schon lange…

Doch wo anfangen? Mmh, vielleicht bei der Frage, die mir anfangs öfters gestellt wurde: Wie sieht ein typischer Tag/eine typische Woche aus? Nun, Regel Nummer eins: Kein Tag ist wie der andere. Sei darauf gefasst, dass die nächste Überraschung hinter der nächsten Ecke wartet. Sei es entflohene Kaninchen, Invasion von Nachbars Hunden, die unter den Zaun ihren weg in unseren Garten gebuddelt haben oder Echsen, die man beim Saugen im Kleiderschrank überrascht. Ferien sind dann auch noch einmal vollständig anders und ein Geburtstag kann die Routine auch ganz schön durcheinander bringen. Wie auch immer, im Grunde gibt es schon einen roten Faden.

Arbeiten musste ich anfangs montags und mittwochs bis freitags. Seit letzter Woche nun dienstags bis freitags. Ich habe also drei Tage frei und arbeite vier Tage. Ein Arbeitstag sieht typischerweise folgendermaßen aus:
- 6:55 Uhr aufstehen und Kinder antreiben sich für die Schule fertig zu machen
- 8:00 Uhr Kinder verlassen das Haus
- Zeit für Haushalt und zur eigenen Verfügung
- 14:50 Uhr Snacks für die Kinder fertig machen: Obstteller mit ein paar Crackern
- 15:10 Uhr Kinder kommen mit dem Bus von der Schule
- Hausaufgaben machen, spielen, Lunchboxen und Schuluniformen für den nächsten Tag vorbereiten, Abendessen kochen
- 17:30 Uhr Abendessen
- Kinder unter die Dusche und zum Zähneputzen schicken und spülen
- Feierabend: Wenn Eltern daheim und der Normalzustand in der Küche wiederhergestellt ist (i.d.R. zw. 7 und 8 Uhr)

Zu den Haushaltsaufgaben, die vormittags erledigt werden sollen, gehören: Wäsche waschen, bügeln, Badezimmer und Küche putzen, Staub wischen sowie Boden saugen und wischen. Hört sich viel an, aber auf vier Tage verteilt, ist es nicht zu viel.

So viel also zum Alltag. Die nächste Frage ist wohl: Wie sehen denn überhaupt diese Leute aus, bei denen du wohnst? Hier drei Fotos: Einmal der Hund Sensai, dann die Kiddies beim Spielen mit einem Nachbarjungen und schließlich ein Gruppenfoto, als wir Besuch von Sensais Halbbruder Lui hatten und ich mit den Jungs eine Nacht alleine war, weil die Eltern auf einem Ball in Sydney waren:

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Nachdem wir nun also geklärt haben, wie so der Alltag aussieht, kommen wir zu Besonderheiten. Freizeit und Ferien. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Am Wochenende reise ich hoch in die Blue Mountains, wo ich meine Freunde besuche. Von dort wird dann zu gemeinsamen Unternehmungen aufgebrochen oder, wenn die anderen mal nicht so viel Zeit haben, eben auf eigene Faust etwas unternommen. Hier einige der Unternehmungen seit meinem letzten Blogeintrag.

Am letzten Wochenende im März hatte ich Besuch aus Deutschland. Nun ja, streng genommen kam er nicht direkt aus Deutschland. Christiane, die ich vom Gebärdensprachkurs an der Uni kenne, war einige Tage in Sydney. Nach mehreren Monaten Studium in Australien und einigen Wochen in Neuseeland stand ihr Heimflug vor der Tür. Sich daran erinnernd, dass ich ja in der Umgebung Sydney bin, fragte sie an, ob wir nicht etwas gemeinsam unternehmen wollten. So kam sie für eine Nacht hoch in die Blue Mountain. Neben einem Spaziergang in Glenbrook besuchte ich auch noch einmal Katoomba mit ihr. Außerdem ging es kurz ins Kings Tableland. Hier die Fotos von jenem Wochenende:

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Dann standen auch quasi schon die Osterferien vor der Tür. Mit den Kindern den ganzen Tag im Haus eingesperrt zu sein, ist Wahnsinn. Deswegen wurde jede Gelegenheit genutzt, um rauszukommen. Sei es nur zum Einkaufen mit einem Stop beim Spielplatz, ein Kinobesuch oder ein Tagesausflug zum Aquarium nach Sydney (Trude war begeistert von all ihren Verwandten dort und freundete sich so gut mit Buzz und Billy an, dass wir diese natürlich mit Heim nehmen mussten). Eine weitere Gelegenheit, um die Rabauken zu beschäftigen, ist “Arts and Craft”. So wurde recht viel gebastelt: Oft nur Kleinigkeiten (so bekam Trude einige kleine Freunde), aber auch mal ein größeres Tagesprojekt “Laternenbasteln”.

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In den Osterferien hieß es jedoch nicht nur “arbeiten”, nein, an Ostern selber hatte ich frei. Natürlich wurde wie jedes Jahr ein Osterzopf gebacken. Dann ging es jedoch zur Ostershow in Sydney und am nächsten Tag hoch in die Snowy Mountains zum Campen. Dort wurde gewandert und gefroren. Am letzten Morgen schneite es sogar und das Regenwasser vom Abend zuvor war am Außenzelt gefroren. Als kleine Überraschung warteten zwei Osterhasen daheim auf mich. Ein klassisch-australischer und wer hätte es gedacht? Ein Lindt-Goldhase aus Aachen! Eine lange Reise, aber ein Stück Heimat fern von daheim.

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Ferien vorbei, zurück zum Altag! Ha, denkst du! Es steht ein Geburtstag an. Jasper (der Jüngste) feiert seinen 6ten. Familie kommt zum Abendessen vorbei, am Wochenende steht eine Party an. Von zurück in den Rhythmus ist da erst einmal keine Rede. Dennoch will ich diese Woche nicht gegen eine langweilige Routinewoche eintauschen. Es ist unglaublich schön ein Kind so glücklich zu sehen. Hier das Geburtstagskind kurz vor dem ersten Schlag auf die mit Süßigkeiten gefüllte Piada, sein Kuchen und beim Anschneiden des Kuchens:

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Was gab es sonst noch so? Ein Ausflug nach Sydney zum Sonnenuntergang. Die Kamera darf natürlich nicht fehlen! Das Wetter könnte nicht besser sein. Einfach nur fantastisch, wenn auch viel Auto fahren für einige kurze Stops.

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Zwei Ausflüge zu den Wentworth Falls. Beim ersten Mal wird nur reingeschnuppert. Eine Bekannte trifft sich dort mit mir. Sie hat ihr Kleinkind dabei, somit fallen größere Wanderungen weg. Was ich sehe, gefällt mir jedoch so gut, dass ich beschließe: Da muss ich noch einmal hin! So geht es am Wochenende darauf auf eine größere Wanderung. Der National Pass entpuppt sich als meine bisherige Lieblingswanderung und es liegt nicht nur an den Kakadus, die ich hier in Australien so lieb gewonnen habe und auf der Wanderung vielfach sehe und in Ruhe beobachten kann.

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Last but not least: Wir wollen die üblichen Sonntagsläufe nicht vergessen. Manch einer fragt sich vermutlich immer noch, warum ich mich an einem Sonntagmorgen so früh aus dem Bett quäle. Vielleicht können die nächsten Bilder ja ein wenig erklären, warum selbst Trude und mittlerweile auch Billy sich nicht mehr beklagen, wenn sie morgens im Halbschlaf aus dem Bett kriechen.

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So, dies war also nun ein kleiner Einblick darin, was ich in den letzten zwei Monaten so unternommen habe. Ich hoffe, Mama, dass es eine schöne Muttertagsüberraschung war und die Fotos dich ein wenig dafür entschädigen, dass ich am heutigen Sonntag nicht daheim bin, um dich zu verwöhnen.

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Australia here I am!

Posted in Allgemein by admin
Mrz 16 2012

Soooooo, nachdem nun etliche Freunde, Verwandte und Bekannte sich schon beschwert haben, dass es gar nichts neues mehr zu lesen gibt, nutze ich endlich, endlich, endlich einmal ein wenig meiner Freizeit, um einen neuen Artikel zu verfassen. Wo soll ich anfangen? Es ist so viel passiert in meinem ersten Monat hier in Australien.

Also (einmal tief Atem geholt):

  • Empfangskomitee am Flughafen – Guv und Phantom holen mich ab, bringen mich zum Strand, führen mich zum Essen aus, zeigen mir ein wenig von Sydney und setzen mich am Hostel ab.
  • Eine Woche als Aupair gearbeitet – Man stellt fest, dass man irgendwie nicht zusammenpasst. Zum Glück habe ich bereits Freunde hier, ich ziehe um, werde aufgemuntert und beschäftigt.
  • 18 Tage auf der Suche nach einer neuen Aupairstelle – Vorstellungsgespräche, Zoobesuche, Wildlifeparks, Bullanttreffen und -läufe, Ausflug nach Oberon, Spaziergänge…
  • Neue Aupairstelle gefunden, noch eine Woche Urlaub – letzte Hep A und B Impfung, Schwimmen gehen, Kino, shoppen, ein wenig Ruhe und mit einem Ausflug zu den “Three sisters” in Katoomba hake ich mein einziges Ausflugsziel, dass ich für Australien hatte, ab.
  • Erste Woche als Aupair bei Familie Cruz – Man versteht sich auf anhieb, ich brauche nicht lange, um mich einzuleben, finde leicht in die Routine, verstehe mich gut mit den Eltern, fühle mich wohl und habe Spaß mit den drei Jungs, dem Hund Sensai, den zwei Kaninchen und der Echse.
  • Hier nun ein paar Fotos mit freundlicher Unterstützung von Phantom, der fleißig meine ersten Wochen hier dokumentiert hat.

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    Mt Cook and Lake Tekapo

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    Feb 11 2012
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    Yes Guv, just because you kept asking: here are some (randomly chosen) pics from Mt Cook and Lake Tekapo.

    Und ja Mama, das im Bild mit Trude ist ein neuer Rucksack, dein alter hat sich leider angefangen aufzuloesen…

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    Routeburn Track

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    Feb 04 2012
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    Nach einem holprigen ersten Tag – ihr wisst schon, einer dieser Tage, an dem man am besten gar nicht erst aus dem Bett gekrochen waere, an dem alles schief zu laufen scheint – wartete doch noch eine phantastische Wanderung auf mich. Quasi der kroenende Abschluss, das Tuepfchen auf dem i, das Sahnehaeuptchen auf dem Kakao. Ihr fragt euch, was schief gelaufen ist? Nun ja, bleibende Schaeden gab es nicht, aber einige Schreckmomente:

    Schreckmoment 1: 6.22 Uhr, ich sitze beim Fruehstueck, als mir einfaellt, dass ich die Schnuersenkel nach dem Saeubern meiner Wanderschuhe nicht wieder eingefaedelt habe. Das Problem ist, dass die Schnuersenkel in dem Beutel ist, der beim Tracknet-Office darauf wartet nach Queenstown transportiert zu werden. Gluecklicherweise hat Allistor (Mann der Hostelbesitzerin) ein altes paar fuer mich. Puh!

    Schreckmoment 2: 7.18 Uhr, ich sitze im Tracknet-Shuttel unterwegs zum Trackstart und habe gerade meine Schuhe fertig angezogen. Oh, verflixt, ich habe die Einlagen nicht in die Schuhe getan, sie liegen immer noch in Rosies (Hostelbesitzerin) Garage. Ich wusste doch, als ich gestern meine Regenhose rausgeholt habe, dass da noch etwas war… Dank eines Telefonats und Allistor (jupp, schon wieder!) sind sie mit dem naechsten Shuttel unterwegs zum Trackanfang. Ich verbringe drei Stunden am Trackanfang und frage mich: Warum bin ich eigentlich um 6 Uhr aufgestanden?

    Schreckmoment 3: 12.43 Uhr, nach dem riesen Wasserfall beschlaegt trotz ordentlichen Abtrocknens mein Objektiv von innen. Gluecklicherweise scheint die Sonne, nach ca 20 Minuten ist der “Fleck” kaum mehr zu sehen. Ich mache eine Rast, bis er wieder vollstaendig weg ist.

    Nach einem solchen Anfang, kann es ja nur noch bergauf (ihr wisst schon, nicht woertlich, sondern im sprichwoertlichen Sinne) gehen, gell? So war es auch tatsaechlich. Jeder dieser Schreckmomente wurde mehr als ausreichend mit tollen Fotogelegenheiten aufgewogen. Hier eine kleine Kostprobe.

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    Milford Track

    Posted in Allgemein by admin
    Jan 31 2012

    Als ich heute Morgen zuhause anrief, war die erste Frage: “Und, war es arg nass?” Meine Antwort:” Es war zumindest zu nass fuer meinen IPod…” Dieser liegt naemlich nun gut in Reis eingebettet, schoen warm neben Rosies Warmwasserboiler. Mehr oder weniger geduldig warten wir darauf, dass auch das letzte Wasser aus seinem System verschwindet. Fuer mich heisst das momentan: Kein Wifi! Fuer euch: Quasi keine Fotos.

    Ich sitze naemlich hier in der Buecherei, schreibe den Artikel vor, um ihn dann innerhalb meiner halben Stunde freier Computerzeit abzutippen. Ein Glueck, dass ich 10-Finger-Schreibsystem gelernt habe, da geht so etwas um einiges schneller. Dann werden noch eins, zwei Fotos meiner Spiegelreflex verkleinert und an den Artikel angehangen. Das muss euch leider zunaechst genuegen. Fuer den Routeburn wird es aehnlich aussehen. Zum Glueck fuer euch ist es ja aber nicht mehr lange, bis ich in Sydney bin…

    Ich wusste, dass Guv auf dem Kepler Track nicht ueber ein Backup meines IPods reden haette sollen… Aber noch ist ja nicht alles verloren. Ich war zumindest vorgestern, als der IPod wieder trocken aussah in der Lage ihn ein- und als er doch wieder beschlug wieder auszuschalten. Von daher zerbrechen wir uns nicht den Kopf ueber Dinge, die vielleicht gar nicht sein werden und kehren zum Milford Track zurueck.

    Nun, wie war er? Definitiv genial. Ganz anders als die anderen, bisherigen Tracks. Nicht unbedingt besser, aber auch nicht schlechter – einfach anders. Eine Mitwandernde fragte mich am letzten Tag, wie der Kepler Track im Vergleich zum Milford Track waere und mir fehlten die Worte. Ich konnte einfach nicht in Worte fassen, was die beiden unterscheidet. Irgendwie ist es alles…

    Der Milford Track war also ziemlich nass. Wir hatten am ersten und dritten Tag Dauerregen. Auf der einen Seite bedeutete dies, dass wir durchnaesst waren, kaum Bilder machen konnten und absolut keine Sicht auf dem Sattel hatten, auf der anderen Seite bedeutete dies viele und gigantische Wasserfaelle. War der Regen nun schlecht? Sicherlich, eine tolle Aussicht waere nett gewesen, aber die Wasserfaelle waren eine echt gute Entschaedigung. Seid ihr schon einmal durch einen Wasserfall gelaufen? Wenn das Wasser auf der einen Seite von euch vom Berg runterfaellt und sich auf anderen ins Tal hinabstuerzt? Einfach nur magisch! Wie so viels auf dem Track.

    Vielleicht ist dies ein guter Begriff um den Milford Track mit dem Kepler zu vergleichen. Der Kepler ist beeindruckend und weit, der Milford hingegen magisch und teilweise sogar beengend, wenn man durch die Schluchten laeuft. Auf beiden Tracks fuehlt man sich klein und unbedeutend. Allerdings aus verschiedenen Gruenden: Auf dem Kepler, wenn der Wind an einem zerrt und man den Bergruecken runtersieht, auf dem Milford, wenn man neben den riesigen Wasserfaellen steht und an ihnen entlang die Bergwaende hochsieht.

    Die Wasserfaelle und Waende sind so gigantisch, dass ich es einfach nicht schaffe den Eindruck im Foto festzuhalten. Die Felswaende sind viel zu gross fuer meine 28mm Weitwinkel: Wie bitteschoen soll ich es schaffen neben dem Felsen auch noch den Fluss und Himmel mit aufs Bild zu bekommen? Ich gehe ueber vom Fotografieren zum Seelegrafieren und versuche die Eindruecke fuer immer in meiner Seele festzuhalten.

    Am zweiten und v.a. am vierten und letzten Tag hatten wir uebrigens doch Sonne. Dies ermoeglichte es einigen tapferen Seelen (darunter ich) am zweiten Tag im Fluss zu baden. Mmh, baden ist vielleicht der falsche Ausdruck. Es handelt sich um einen Fluss, der von Wasserfaellen gefuettert wird. Wasserfaellen, die sich von ganz oben, von den Schneefeldern des vorherigen Tages, herunterstuerzen. Kalt? Eiskalt! Reinspringen, rumspringen, rausspringen und das Ziehen und Prickeln auf der Haut geniessen.

    Ooooh, tut diese Suppe gut! Aber ganz reicht sie doch nicht aus mich wieder aufzuwaermen. Also beschliessen Christina aus Schweden und ich uns das Feuer anzuheissen. So komme ich dann doch noch der Aufforderung meiner Australier “Bonk, you’re responsible for the fire!” nach. Ich lerne, dass Holz hacken und Feuer machen gar nicht so schwierig ist und sogar Spass machen kann.

    Am letzten Tag morgens frueh fragen wir uns ein wenig neidisch, was fuer eine geniale Aussicht wohl an diesem Tag die Tramper oben am Sattel erwartet. Spaeter jedoch, als wir langsam zum Milford Sound kommen, will zumindest ich um nichts in der Welt die Sonne dieses Tages mit dem Regen des vorherigen tauschen. Der Gedanke an Milford Sound im Regen ist grausam, wenn man ihn in der Sonne gesehen hat…

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    How I became a Bullant named Bonk.

    Posted in Allgemein by admin
    Jan 26 2012
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    So this Track was different to the ones I did before. How? Until now I really enjoyed walking on my own: Having time to take some photos and to think. This time it turned out to be different.

    Only after about an hour I came across two Australians. We only exchanged a few words and went on in our own pace. Coming across each other at the lake again, where they also had chosen to have a break. There I was introduced to some more of their group, which turned out to be a group of ten – each of them a runner for the Bullants Club in the Blue Mountains. Still we went separate after the break, passing each other depending on who was taking their breath. Just about to pass John aka Phantom, one of the two, whom I had talked to earlier, he asked another question. Answering it, I decided to stick with him for a little while. Having some really nice and interesting talks and not too many opportunities to take photos, I ended up having walked the whole way up to the hut with him.

    Having taken care so well of their oldest group member during the day, the Bullants invited me to come to the Luxmore Caves with them, some caves not far from the hut. After hesitating shortly, as I am scared of small and narrow caves and didn’t know what to expect, I tacked along. The cave turned out to be a nice one, not at all narrow, except for a few places and with some beautiful stalactites.

    On our way in we went straight, passing one side cave. Wanting to explore that one with Guv another one of the Bullants on our way out I jumped up there and made a few quick steps. It wasn’t narrow or low at all. Then suddenly it made BONK! My head hit the cave. A pain pierced my skull, a concerned “Are you alright?” from behind. “Yeah, I’m okay.” Taking of my hat I touched the spot carefully. “Uhm, no, I’m bleeding. Could you come up here and have a look?” So Guv comes into the sidearm taking more care then I did. Whipping away the blood from my cheek and dipping the spot as gently as he could with my bandana (I’m a real girl after all insisting even in a situation like this, that he uses the bandanas inside, as blood is hard to wash out…), he comes to the conclusion: “It is nearly closed already.” Not sure if he just wants to calm me or if he is telling the truth, I look at him doubtfully. Shaken up quite a bit, though definitely not dizzy or sick, I have enough and just want to get out. So I climb out in front of Guv, who bombards me with questions and keeps me talking although I feel more like curling up, suffering and crying silently.

    By the time we get back to the cave entrance, not only my knees feel a bit weak and shaky from the shock, but I am also quite out of breath from all the talking. We meet Phantom again, who wants to take a photo of Guv and me in front of the nice view. I glower at him for a few seconds, as I really don’t feel like having a picture taken of me right there with a bloody head and cheek, but then smile bravely into the camera, trusting that Guv whipped off most of the blood and was telling the truth about it not being too bad.

    Back at the hut Doc Guv takes care of me and helps to patch up my wound. As it turns out, it is really not that bad. The cut is smooth and not deep. Hardly any swelling can be seen. Though at the same time it is longer than I had expected from the short time it took the wound to close in the cave. We clean and cool the area carefully with cold water before putting some Iodine on the wound. After that I decide to stay awake, though I really feel like a nap after the days hike and all the excitement, just in case I become dizzy after all.

    The next morning I am welcomed with “How is your head?” from quite a lot of people. Still feeling too sleepy, I just turn my head, so they can have a look themselves. After breakfast I feel more awake and become curios and have a look myself, all seems well, yet I decide not to brush my hair and realize that being on the track is actually a good thing: The wound has time to heal for quite a bit before it gets wet in the shower ;)

    I set out with the group, as I don’t want to risk anything. It is extremely windy and the sun only comes out every now and then. Miserable conditions for walking along the mountain-tops. I feel cold and my head starts aching every time the wind pushes against the wound for longer. The backpacks rain-covers fly away, I have to chase after my hat and it nearly blows me off the track once. My camera is in the dry-back half of the time. We stick together in small groups to be safe. At the highest point we have a celebration. I become officially an honored member of the Bullants and from now on am called Bonk, as even the mighty Bullant up above could hear the Bonk my head made. We stick together for a bit longer, till we reach the bush-line again. Walking down, Phantom suddenly becomes quite fast. I stop to take a photo or two, blink and he is gone. I walk a bit on my own, watching birds and looking back every now and then, waiting for Guv to catch up with me. Talking and watching the birds, we make our way back to the hut, where we have a soup before setting out to a short trip to the waterfall. On the way back we meet some more robins and find out that those are just as inquisitive as the ones on Ulva Island.

    The third day starts with a surprise. Looking up to the mountaintops we can see, that it had been snowing during the night. What a nice view! Walking today is mostly through the forest. So it is pretty much talking and birdwatching again. Each time we come across a robin we try to find out how close we can actually make it come, ending up with a robin sitting on my boot and nibbling at my shoelace as if it was a delicious, huge worm. That night we come to a hut next to a lake: Bikini on, towel ready and off into the water. After the first shock, the skin gets so cold, that you actually don’t feel anymore just how cold it is. Anyway, clean and refreshed, I sip my soup that day.

    On the fourth and last day my heart starts aching. As all good things must come to an end, I know I have to say goodbye to my new friends the very same day. At least for the time being. Plans are made to meet up again in the Blue Mountains, while I will be staying in Sydney. At least the landscape tries to distract me: wetlands and a beautiful possibly even the most beautiful river I have seen yet. In the evening we meet up again for some Fish’n'Chips. My heart is heavy when I have to say goodnight and goodbye.

    The next day, the day after I feel like a shadow. Though I enjoy really nice company and am surrounded by people all the time, I can’t stop missing my Bullants. I feel like they cut out a chunk of my heart and took it on to Queenstown with them. I try to find comfort in Dr. Seuss wise words: “Don’t cry because it’s over, smile because it happened.”

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    Wie ich zum Ornithologen wurde.

    Posted in Allgemein by admin
    Jan 17 2012
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    Ich liege nun also an meinem fünften und letzten Abend auf Stewart Island hier in meinem Bett und soll über meine Zeit hier schreiben. Ich könnte euch von der Wanderung erzählen, aber anders als die vorherigen war sie nicht, auch nicht aufregender. Im Gegenteil eher ruhiger und kürzer. Geselliger war sie allerdings. Wir saßen abends zusammen und quatschten, während wir auf die Dämmerung warteten. Dann wollten wir nämlich auf Kiwiausschau gehen. Nasser war es ebenfalls – es waren Schauer gemeldet und am zweiten Tag Hagel (der Tag war dank Des dichten Bushwaldes jedoch dennoch recht trocken). Aber der dritte Tag war überwiegend sonnig. Aber ich will nicht über das Wetter reden. Ich will direkt zum Highlight des Trips kommen: Ich habe Kiwis gesehen! Nein, nicht die haarige Frucht und auch nicht die Kiwis auf zwei Beinen mit Armen, sondern tatsächlich den Vogel namens Kiwi. Und aufregend war es!

    Eigentlich waren wir dabei uns fertig zu machen und zum Strand zu gehen. Einem von den anderen war nämlich gesagt worden, dass man am ehesten dort welche beobachten könne. Bevor wir uns jedoch auf machten, wollte ich noch mal schnell auf die Toilette. Ich war wohl nicht die einzige, der diese Idee hatte. Hinter der Hütte, gerade dort, wo der Weg in den Wald ging, sah ich Simon und Penny stehen. Ganz still, ohne Taschenlampe, sich nicht rührend. Es dauerte nicht lange und ich sah warum. Auf dem Weg vor uns trotteten zwei Kiwis, im Dunklen kaum zu erkennen. Plötzlich huscht der eine zurück ins Gestrüpp und der andere spurtet auf uns zu, bevor er in die andere Richtung verschwindet. Klar und deutlich ist der helle Schnabel zu erkennen. Wir holen die anderen. Vorsichtig schleichen wir durch die Gegend auf der Suche nach den Kiwis. Wir hören ein rascheln von dem Shelter, der gerade für das Feuerholz gebaut wird. Gespannt versammeln wir uns in dieser Ecke. Zunächst ist nur ein Schatten zu sehen. Langsam wird der helle Schnabel deutlicher. Dann sind auch die Füße zu sehen. Ich mache es dem Franz gleich und hocke mich ebenfalls hin. Der Kiwi schnüffelt durch die Gegend und plötzlich in einem Affenzahn rennt er auf Franz zu. Erst, als die beiden nur noch einen Meter voneinander entfernt sind, bleibt der Kiwi stehen, schnüffelt noch einmal und saust zur Seite weg. Ehe er jedoch in die Büsche verschwindet, bleibt er wieder stehen, schnüffelt noch einmal und kommt total schnell auf mich zugerannt. Ich kann es kaum fassen. Der Kiwi kommt immer näher und ist bald auch von mir nur noch eine Armeslänge entfernt. Ich muss unkontrolliert kichern, meine Selbstbeherrschung reicht nur soweit nicht laut aufzulachen oder vor lauter Aufregung durch die Gegend zu tanzen. Aber auch bei mir entscheidet der Kiwi nach einem weiteren Schnüffeln, dass ich kein leckerer Riesenwurm bin und verschwindet ins Gebüsch. Völlig high von diesem Erlebnis hören wir ein weiteres rascheln. Ein weiterer Kiwi! Mmh, Moment, das läuft aber komisch für einen Kiwi. Aaaah, ein Possum! Jagt es davon! Danach wird es ruhig. Wir sehen oder hören kein weiteres Tier. Langsam wird uns kalt. Wir beschließen ins Bett zu gehen. Fotos gibt es von diesem Erlebnis übrigens keine. Auch wenn der Kiwi quasi blind ist, wollten wir ihn mit dem Blitzlicht nicht verschrecken. Andere Tramper sollen auch die Chance haben ihn zu Gesicht zu bekommen.

    Neben diesem Erlebnis will ich noch eine Erkenntnis mit euch teilen, die mir am dritten Tage meines Tracks gekommen ist. Ich werde öfters gefragt, ob es nicht manchmal einsam wäre alleine zu reisen. Als ich im Wald dann mal wieder meine Gedanken schweifen ließ, sprang ich von einem Erlebnis zum nächsten, von einer Person zur anderen, zu wieder einer anderen… Mir wurde klar: Ich bin nie alleine auf dem Track: Familie, Freunde, Verwandte und Bekannte – all diese Menschen begleiten mich auf jedem Track. Sei es in einer Erinnerung, die ich wachrufe, durch den Gedanken “Das musst du unbedingt xyz erzählen” oder die Vorfreude auf neue Kommentare, wenn ich meinen nächsten Blogeintrag plane. Also auch wenn ihr daheim im Büro sitzt, in Hausarbeit versinkt, der Alltag euch auf den Kopf fällt oder ihr bei Minusgraden draußen zittert, ihr seid zur selben Zeit am anderen Ende der Welt und lauft ein Stück des Weges mit mir – sei es ein einfaches Stück, auf dem ihr mir Gesellschaft leistet, oder ein schweres, auf dem ihr mich tröstet. Es ist definitiv einfacher mit euch :)

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    So, sicherlich fragt ihr euch nun, was dieser Beitrag mit der Überschrift zu tun hat, gell? Einmal abgesehen davon, dass ich Kiwis beobachten gegangen bin. Nun, während der drei Tage, habe ich immer wieder Ausschau nah Vögeln gehalten, die ich fotografieren könnte. Die eigentliche ornithologische Aktivität war jedoch heute, als ich nach Ulva Island übersetzte. Was soll ich sagen? Ich war im Paradies! Vögel ohne Ende! Von kleinen Yellowheads über neugierige Robins (die mir wortwörtlich die Würmer unter dem Schuh weg gefuttert haben) bis riesige Kakas war alles zu sehen, was in der Broschüre angepriesen wurde. Das meiste habe ich sogar ganz ordentlich fotografiert bekommen. Allerdings mit meiner Spiegelreflex, ihr müsst also noch warten. nur die Kiwis sind mir nicht noch einmal über den Weg gelaufen und den Kuck-Kuck habe ich auch nicht gesehen. Das mir kein Weka über den Weg gelaufen ist, macht mir auch nichts aus, schließlich hatte ich den schon einmal ganz ordentlich vor die Kamera bekommen. Hier also ein paar Fotos von Ulva Island:

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    Filling in the gaps

    Posted in Allgemein by admin
    Jan 13 2012
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    Soo, da bin ich hier auf Stewart Island nun also gut angekommen. Das Wetter ist ziemlich bescheiden, soll aber zumindest morgen etwas besser sein. Nun ja, was soll’s. Der Track ist ja nur drei Tage lang. Damit ihr in den drei Tagen jedoch etwas zu tun habt, lade ich euch noch ein paar Bilder hoch, die zwischen dem Weihnachtsbeitrag und dem Otago Railtrail entstanden sind. Großartig schreiben werde ich jedoch nicht. Ich will nämlich gleich ins Bett – es ist schon etwas später…

    Punakaiki, die zweite

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    Gefüllte Pizzabrötchen – yumm, yumm!

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    Da hat Trude bereits einiges bei mir abgeschaut und gelernt ;)

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    Sonnenuntergang am Strand beim Hostel.

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    Eine kurze Wanderung gegen all die Kalorien ;P

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    Immer noch auf der Wanderung.

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    Sonnenuntergang, die zweite, beim Truman Track.

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    Und da ist sie weg die Sonne.

    Franz Josef Glacier
    Ganz anders als erwartet. Weniger blau, hauptsächlich grau. Dennoch recht faszinierend und schön.

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    Eine Busfahrt entlang der Alpen

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    Paradies für große Spielekinder – Puzzling World bei Wanaka

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    Auf dem Weg zu den Pinguinen Dunedin Peninsula (nach dem Railtrail)

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    Central Otago Rail Trail oder als ich mich in die Wolken verliebte.

    Posted in Allgemein by admin
    Jan 09 2012
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    Tag 0: 3.1. – Clyde
    Viel zu früh komme ich mit dem Intercity-Bus hier an. Ich stehe noch vor Checkout-Zeit vor dem Tor meiner Unterkunft. Bis mein Zimmer fertig ist, muss ich noch zwei Stunden warten. Ich stelle also mein Gepäck ab, trinke einen Schluck und schnappe mir meine Kamera. Ich streife durch das Städtchen, laufe den Viewwalk hoch und lande schließlich am Ufer des Flusses. Dort lasse ich mich von der Sonne wärmen (der Wind weht kühl) und beobachte badende Vögel, spielende Hunde und Wolken. Nur gelegentlich wird die Idylle von ein paar Rowdies auf Motorbooten gestört. Es dauert nicht lange und ich habe mich verliebt: In ein kleines Städtchen mit seinem Staudamm, Fluss und Wolken.

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    Tag 1: 4.1. – Clyde nach Chatto Creek – 24,33km
    Flach und einfach fängt es an. Es fährt sich viel einfacher, als ich erwartet hatte. Wenn man davon absieht, dass ich ganz schön durchgeschüttelt werde auf diesem Schotter. Zunächst ist noch Hochbetrieb nach Alexandra wird es jedoch besser. Ich radle vor mich hin und genieße die Landschaft. Plötzlich wünsche ich mich auf ein Pferd, um über die Weiden zu jagen. Ebenso wie Gandalf, Aragorn, Gimli und Legolas auf ihrem Ritt nach Rohan, so sehr erinnert mich die Landschaft an diese Szene im Herrn der Ringe. Dabei komme ich doch erst zwei Tage später in die Gegend des Drehorts. Die letzten paar Kilometer werden dann doch noch schwer. Es wird steiler und ein recht starker Gegenwind kommt auf. Ich muss mich anstrengen nicht immer auf mein Tacho zu sehen, sondern tatsächlich die Landschaft zu genießen. Da bin ich dann doch froh, dass ich nur kurz darauf Chatto Creek erreiche. Ich lade ab, dusche und fletze mich mit meinem “Herr der Ringe: The Return of the King” auf die Hängematte. Im Laufe des Tages wird meine Unterkunft sogar noch upgradet. Drei Neuseeländer kommen an und das Mädchen kann nicht mehr weiter radeln. Ich finde mich zum selben Preis in einem schönen Doppelzimmer wieder, während die Neuseeländer das einfache Bunkroom bekommen.

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    Tag 2: 5.1. – Chatto Creek nach Lauder – 26,83km
    Der Tag fängt an, wie der vorherige aufgehört hat: mit Gegenwind und bergauf. Besser noch! Tiger Hill wartet auf mich direkt am Anfang des Tages. Der steilste Streckenabschnitt des gesamten Trails. Ich komme nur schleichend voran oder zumindest kommt es mir so vor. Nach einer Kurve habe ich immerhin keinen Gegenwind mehr. Ich merke jedoch: Seitenwind ist auch nicht besser! Immer wieder überrascht mich eine Bö und ich schlenkre zur Seite. Da mir heute nur ca. 19km bevorstehen entscheide ich mich für einen Abstecher von Omakau nach Ophir. Es geht über Straße statt Schotter. Ach ist das angenehmes fahren. Ich jage mit 20 bis 30 km/h (statt 10) über die Landstraße, ohne durchgeschüttelt zu werden. Zumindest bis der Gegenwind kommt und ich mich mit knapp über 10 km/h den Hügel hoch kämpfe. Ich lerne: Auf der Landstraße fährt es sich leichter, jedoch machen sich Wind und Steigung hier stärker in der Geschwindigkeit bemerkbar. Später überrascht mich ein Schaf, das gemütlich am Railtrailrand liegt (diesseits des Zauns). Ich vergesse vor lauter Überraschung ein Foto zu machen.

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    Tag 3: 6.1. – Lauder nach Wedderburn – 35,60km
    Heute dann tatsächlich durch “Rohan” – an Poolburn und Ida Valley vorbei. Außerdem erwartet mich der höchste Punkt des Trails und eine zweifache Überquerung des 45.Längengrades. Es windet weniger und so komme ich trotz Anstiegs recht gut vorwärts. Immer noch überrascht davon, dass man die Steigungen mehr spürt als sieht. Irgendwann nach der ersten Längengradsüberquerung setzt Fisselregen ein. Es wird unangenehm kühl. Bei der zweiten Überquerung tropft mir das Wasser bereits vom Helm. Ich mache in einem Shelter nicht weit vom 45Grad-Stein Pause. Versuche mit meinem Lunchsandwich ausreichend Energie zu bekommen, um wieder etwas wärmer zu werden. Ein Blick in die Wolken verrät, dass es sich um mehr als nur einen Schauer handeln könnte. Ich entschließe mich die letzten ca.7km des Tages lieber früher als später hinter mich zu bringen. Lange kann es ja nicht dauern. Am höchsten Punkt habe ich eine kleine Regenpause, so dass ich Fotos machen kann. Ab hier geht es immerhin bergab, was mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h zu packen ist. Nass, kalt und mit Schlamm bespritzt komme ich in meiner Unterkunft an. Wie herrlich diese heiße Dusche!!! Ich verbringe Ewigkeiten unter ihr. Zumindest lang genug um zu erkennen: Man sieht wo meine Radlerhandschuhe aufhören! Wie komisch sich das anfühlt hellere Hände als Arme zu haben. Ich blicke an mir herab und sehe, dass meine Beine und Füße alle verschiedenen Braunschattierungen aufweisen (nein, sie sind nicht mehr staubig und schlammig!). Meine Sandalen haben ebenfalls Streifen hinterlassen und man erkennt klar und deutlich wo meine Radlerhose aufhört. Ich fühle mich wie ein Streifenhörnchen mit Quer- statt Längsstreifen. Na toll, wie bescheuert ich jetzt wohl in meinem Bikini aussehe… Nachdem ich mich endlich von meiner Dusche losgerissen habe, kuschel ich mich in mein Bett und lese weiter. Das Wetter scheint eine gute Kulisse für meine Lektüre bilden zu wollen. Je dunkler und größer die Schatten Mordors werden und je schlimmer es in der Schlacht um Gondor steht (Herr der Ringe), desto mieser zeigt sich das Wetter. Neben Schauern gibt es auch ein richtiges Gewitter und später schüttet es erbsengroße Hagelkörner. Ich muss grinsen: Ich bin einfach nur froh bereits drinnen zu sein!

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    Tag 4: 7.1. – Wedderburn nach Kogonga – 31,72km
    Heute radle ich mit meiner offgezippten Hose über meiner Radlerhose. Der Gummizug der Beine muss die Sonnencreme abgerubbelt haben. Genau an diesen Stellen habe ich zwei rote Streifen. Das Wetter ist schön und es geht bergab. Ich genieße den Tag, blöke mit den Schafen, muhe mit den Kühen und grinse über die Maus, die vor mir über den Weg huscht. So könnte ich Ewigkeiten weiter radeln. Schade, dass es schon am nächsten Tag zu Ende sein wird. Ich denke mir: So etwas musst du unbedingt noch einmal machen! Mir fällt das Buch ein, das ich vor etwas mehr als einem Jahr gelesen habe: Der Mann, der durch alle US-Staaten radelte. Ich frage mich, wie es Tatjana geht, die ich in Whangarei traf, als sie gerade das Northland beradelte. Außerdem denke ich an Elmar, der von Eschweiler nach Rom unterwegs war. Mir kommt die Idee alle europäischen Hauptstädte zu erradeln. Mmh, vielleicht ist dieses Vorhaben doch etwas zu groß. Ich komme auf Deutschlands Landeshauptstädte. Das ist eine Idee, die ich mir warm halten werde. Ich staune wieder einmal darüber, wie viele Ideen für “daheim” mir durch mein Unternehmen Neuseeland bereits gekommen bzw zugetragen worden sind: Eifelsteig, Jakobsweg (Jupp Sahra, find die Idee klasse, wenn wir gemeinsame Zeit finden, bin ich dabei!), tramping in Schweden (Japp Stefan, auch deine Anfrage habe ich nicht vergessen) und nun mal Teile Deutschlands erradeln.

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    Tag 5: 8.1. – Kogonga nach Middlemarch – 43,63km
    Ich fühle mich melancholisch. Ich will nicht, dass der Tag vorbei ist. Ich will ewig weiter radeln. Ich fühl mich, als müsste ich von einem guten Freund Abschied nehmen ohne zu wissen, ob ich ihn jemals wieder sehe. Der Trail scheint ähnlich zu denken. Schickt er mir noch einmal Gegenwind, damit ich länger brauche. Ich radle bergab und muss dennoch in die Pedale treten. Außerdem muss ich auf den ersten 10km etlichen toten Kaninchen ausweichen, was mich ein wenig aufhält und kein schöner Anblick ist. Aber für jedes Kaninchen was dort auf dem Trail liegt, sehe ich fünf durch die Gegend hoppeln. Außerdem fällt mir ein, dass so niedlich sie aussehen, Kaninchen hier eine große Bedrohung für die einheimischen Tierarten sind. Ich werde ein wenig abgelenkt von der Entdeckung, dass nicht nur ich den Sonntag auf dem Railtrail genieße.

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    Nachspiel: 8.1. – Middlemarch
    Ich brauche Ewigkeiten bis ich zur Ruhe komme. Ich tiegere noch lange durch den Ort, bis ich mich endlich in meinem Zimmer hinsetze und anfange an meinem nächsten Blogeintrag zu arbeiten.
    Während ich über die letzten paar Tage schreibe, kommt mir nicht zum ersten mal die Erkenntnis, warum mir die Zeit hier in Neuseeland so gut gefällt und von Heimweh keine Spur ist: Höher, schneller, weiter. Ich übertrumpfe mich ständig selber. Lerne andauernd dazu und bin überrascht, was ich alles schaffen kann. Ich lerne mich besser kennen und finde zu mir zurück. Drei riesige Geschenke habe ich in den vergangenen fünf Tagen erhalten:
    1. Die Entdeckung, dass ich mehrere Tage hintereinander auf dem Fahrrad verbringen kann. Ich gewinne eine I-can-do-it-Einstellung bezüglich Fahrradfahrens.
    2. Ich erkenne: Ich genieße es einfach nur unterwegs zu sein. Der Fahrtwind in den Haaren und auf der Haut reichen, um ein dickes Grinsen in mein Gesicht zu zaubern. Ich fühle mich frei und bin glücklicher, als während des letzten Jahres daheim (Was natürlich auch an den Prüfungen liegen könnte :P ) Es braucht nicht viel um Glücklich zu sein – außer dem Fahrrad sonst nur dabei: Trude, Radlersachen, zwei Satz Unterwäsche, eine Hose, ein T-Shirt, ein Pulli, Regenjacke, Essen, Trinken, Buch, erste Hilfe Päckchen, Zahnputzzeug, Duschzeug, Sonnencreme und Fotozeug. Mehr brauche ich nicht in den gesamten fünf Tagen! Ich reise leicht und nicht nur gewichtsmäßig, sondern auch seelenmäßig.
    3. Ich lese wieder wie vor den Abschlussprüfungen. Mit vollem Herz, ohne Ablenkung. Ich tauche voll und ganz in die Phantasiewelt ein, lasse mich verzaubern. Keine Uhr, die mich mahnt weiterzulernen, kein Geist, der vom ganzen Lernen tagsüber bereits erschöpft ist. In den Lesepausen auf dem Rad reflektiere ich das Gelesene. Es wird wieder lebendig. Wird zum Film – inspiriert von dem, was ich sehe – das berühmte Kopfkino eben. Ich lese das Buch nicht, ich erlebe es. Am Ende bin ich ebenso traurig es wegzulegen, wie ich traurig bin, dass der Trail zu Ende ist. Ich fühle mich, als hätte ich zwei gute Freunde zurücklassen müssen.

    The Day After: 9.1. – Taieri Gorge Railway
    Wieder einmal wache ich vorm Wecker auf – so viel zu meinem Plan heute auszuschlafen… Ich recke und strecke mich. Meine Beine fühlen sich ganz steif und müde an – gerade so wie nach einer Mehrtageswanderung. Ich frage mich wieder einmal, wie mein Körper weiß, dass er heute nicht so fit sein muss bzw. wie er auf einer Wanderung weiß, dass er einiges zu leisten hat. Ich frühstücke in Ruhe, packe und checke aus. Dann warte ich auf mein Shuttle, das mich zur Eisenbahn bringt. Anfangs ist die Zugfahrt recht spektakulär. Es geht am Hang einer Schlucht vorbei. Wir fühlen uns wie an einem Canyon. Später ist die Landschaft gewöhnlicher, europäischer, aber dennoch ganz nett. Mit das Faszinierendste an der Fahrt: Der Strom fällt aus, wir fahren ohne Licht durch den Tunnel. Ich kann die Hand vor den Augen nicht sehen. Schließlich kommen wir wieder in die Zivilisation zurück. Die Häuser häufen sich, bis es schließlich heißt: Willkommen in Dunedin!

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    Happy 2012 from Wanaka!

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    Jan 01 2012
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